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Aktuelles aus dem Arbeitskreis Ärzte

 

 

Bericht des letzten Treffens:

 

 

In der Sitzung des AK Ärzte im Rahmen der DMGP 2016 in Hamburg wurde o. g. aktuelle Ordnung des AK Ärzte zur Diskussion gestellt. Die Ordnung wurde nun im Einvernehmen mit den AK-Teilnehmern zur Information aller Ärzte der DMGP online gestellt. Desweiteren wurden der im Vorjahr bestellte AK-Sprecher bestätigt und Herr PD Dr. R. Thietje als Stellvertreter von den Anwesenden gewählt.

Danach wurde die Problematik der möglichen Prävention einer Querschnittlähmung thematisiert. Hinsichtlich der Epidemiologie, der Therapie und auch lebenslangen Nachsorge bei Querschnittlähmung gibt es umfassende Informationen, es existieren bereits Arbeitsgruppen, die diese Problemfelder bearbeiten. Für die Prävention gibt es bereits auch einige wenige Kampagnen (z. B. der DGUV mit der Kampagne „Vision Zero“ oder der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung unter dem Motto „no risk – no fun?“), insgesamt müssen Präventionsmöglichkeiten dennoch weiter fokussiert und breiter thematisiert werden (z. B. im Rahmen der Leitlinienerstellung). Anhand eines  Vortrages („Prävention – durch Unfall zum Querschnitt, als Querschnitt ein Unfall – Strukturen und Wege der Prävention“ von Dr. med. M. Vogel, s.o., und insbesondere Dr. Stefan Dreller, Abteilung Sicherheit und Gesundheit (SiGe) der DGUV) wurden Einblicke in dieses Thema aus ärztlicher Sicht und vor allem aus Sicht der DGUV gegeben. Gemäß der WHO wurde dabei u. a. zwischen der primären Prävention als Maßnahmen zur Vermeidung oder Beseitigung der Ursache einer QSL, einer sekundäre Prävention im Sinne einer möglichst frühen Diagnose und einem möglichst frühen Beginn der querschnittspezifischen Akutbehandlung in einer geeigneten Einrichtung und einer tertiären Prävention als umfassende Rehabilitation nach der QSL und Optimierung der umweltbezogenen Maßnahmen zur Reduzierung von Komplikationen sowie der Förderung einer erfolgreichen Eingliederung des Betroffenen in das Familienleben und in das persönliche Umfeld differenziert. Dabei wurde betont, dass auch die lebenslange Nachsorge als Präventionsmaßnahme zu sehen ist und als unabdingbar gelten muss.

Als Empfehlungen wurden zusammengefasst:

 

 

  • Investition in Programme der Primärprävention und zielgerichtete Maßnahmen, um QSL zu verhindern oder zu kontrollieren

  • Stärken des Bewusstseins über Präventionsmöglichkeiten von QSL

  • Festlegung von Forschungsprioritäten zur Verhinderung von QSL und Analyse von Risikofaktoren sowie Evaluierung von Interventionen

  • Einbeziehung aller relevanter Sektoren und Interessenvertreter (Gesundheit, Industrie, Sport und Bildung)

  • Zusammenarbeit von Behörden und Wissenschaftlern mit dem Ziel Inzidenzraten als Grundlage für die Entwicklung von Präventionsstrategien zu erarbeiten und Präventionskampagnen zu evaluieren und optimieren

    Dabei müssen alle relevanten Sektoren und Interessenvertreter (Gesundheit, Industrie, Sport und Bildung) mit einbezogen werden. Die Hauptkontrolle sollte zentral von einer Instanz ausgehen, um die Beiträge der verschiedenen Sektoren zu koordinieren – diesbezüglich wurde insbesondere die Frage einer möglichen Positionierung des AK Ärzte gestellt und um Engagement gebeten.

Im weiteren Verlauf hat Frau Dr. med. Anke Scheel-Sailer, Schweizer Paraplegiker-Zentrum, Nottwil, das modifizierte Basler Dekubituskonzept vorgestellt und anhand der Planung dieser multi-zentrischen prospektiven Beobachtungsstudie zur Wirksamkeitsprüfung eines komplexen Behandlungskonzeptes Fragestellungen bezüglich der Konzeption und Vorgehensweise, möglicher Probleme und deren Lösungsansätze erörtert.

Abschließend haben die Arbeitsgruppen berichtet, u. a. wurden auch der derzeitige Stand bei der Erstellung der Leitlinien und nochmals das formelle Vorgehen bei der Leitlinienerstellung vorgestellt.

 

Hinweis auf die nächste Sitzung

Die nächste Sitzung des AK Ärzte ist im Rahmen der 30. Jahrestagung der DMGP in Ulm am Donnerstag, dem 18.05.2017, von 8 – 12 Uhr geplant.

Am Mittwoch, dem 17.05.2017, wird für alle DMGP-Mitglieder eine kostenpflichtige Klinik-oder Stadtführung angeboten, auch bereits am Mittwoch ist ab 19 Uhr das Arbeitskreisessen im Restaurant „Bootshaus“ zusammen mit AK EMSCI und dem AK Neurourologie geplant.

Das nächste AK-Ärztetreffen wird sich voraussichtlich mit den Themen „Syrinx“, „Spina bifida“, „Probleme der Querschnittbehandlung aus internistischer Sicht“ und „Vegetative Dysregulation“ beschäftigen.