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Allgemeines zum Arbeitskreis Logopädie

 

 

 Allgemeines

 

Die Logopädie versteht sich als wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Rehabilitation von Menschen mit Querschnittlähmung. Im Sinne einer ICF-basierten Rehabilitation (ICF = International Classification of Functioning, Disability and Health) steht die Partizipation der Betroffenen am sozialen und gesellschaftlichen Leben im Mittelpunkt.

Zu Beginn der Rehabilitation sind häufig die Versorgung mit einer Trachealkanüle sowie eine maschinelle Beatmung notwendig, wodurch verbale Kommunikation für die Betroffenen nicht mehr möglich ist. Erst durch die Verwendung eines speziellen Sprechventils für Beatmungsmaschinen stellt man die Voraussetzung für verbale Kommunikation wieder her und gibt den Betroffenen die Chance, sich verbal mitzuteilen. Eines unserer Ziele ist es, die Verwendung eines Sprechventils schon in der Akutphase der Rehabilitation als Standard zu etablieren und somit dem grundlegenden Bedürfnis der Kommunikation gerecht zu werden.

Ebenso muss die Schluckrehabilitation bei vorhandener Dysphagie (Schluckstörung) so früh wie möglich einsetzen. Unser Anspruch besteht darin, möglichst kurz nach Aufnahme auf Intensivstation mit der Diagnostik und Rehabilitation des Schluckens zu beginnen. So können mögliche Komplikationen vermieden, Liegezeiten auf Intensivstationen verkürzt und die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert werden.

Atemtherapie und Sekretmanagement sind für PatientInnen mit einer Querschnittlähmung von zentraler Bedeutung. Sie beeinflussen ebenfalls die logopädische Therapie bezüglich Stimme, Sprechen und Schlucken und müssen hier berücksichtigt werden.

Das Thema Aging wird bei Menschen mit Querschnittlähmung zunehmend relevant. Für unsere Arbeit bedeutet dies eine Sensibilisierung für die zunehmende Komorbidität der PatientInnenen bzw. der altersbedingten Veränderungen, welche zusätzliche Schluckstörungen hervorrufen oder verstärken können.

In diesem Bestreben sind wir auf eine enge multidisziplinäre Zusammenarbeit mit ÄrztInnen, Pflegenden, Fachpersonen für Beatmung sowie Ergo- und Physiotherapie angewiesen.

 

 

Historie

Der Arbeitskreis Logopädie wurde 2002 an der Jahrestagung der DMGP in Basel von Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegründet. Der Arbeitskreis ist offen für alle DMGP-Mitglieder, die sich mit dem Aufgabenfeld der Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen beschäftigen, also für LogopädInnen, SprachheilpädagogInnen oder andere vergleichbare Berufsgruppen. TherapeutInnen aus verschiedensten Kliniken, Praxen oder anderen Einrichtungen mit dem Schwerpunkt „Behandlung von Menschen mit Querschnittlähmung“ treffen sich seither jährlich anlässlich der Jahrestagung der DMGP. Es bestand und besteht ein großes Bedürfnis länderübergreifend gemeinsame Richtlinien und Behandlungsstandards zu erarbeiten und einen regelmäßigen fachlichen Austausch zu pflegen. Die jährlichen Treffen bieten die Möglichkeit der fachlichen Weiterbildung in Form von Vorträgen und Fallvorstellungen durch Mitglieder oder externe SprecherInnen, als auch die Gelegenheit Fachwissen und Erfahrungen zu diskutieren. Zudem werden derzeit Empfehlungen zur logopädischen Behandlung von Menschen mit Querschnittlähmung erstellt, um das Wissen und die Erfahrungen an andere Fachpersonen weitergeben zu können.

Die Arbeit mit querschnittgelähmten PatientInnen stellt ein Randgebiet der logopädischen Arbeit dar, in welchem nur wenige Fachpersonen umfassende Erfahrungen aufweisen können. Daher ist ein Hauptanliegen des Arbeitskreises weitere Mitglieder zu gewinnen und Informationen weiterzugeben. TherapeutInnen, die ebenfalls logopädisch mit querschnittgelähmten Menschen arbeiten oder sich für dieses Thema interessieren, sind beim nächsten Arbeitskreis herzlich willkommen.

 

Teilnahme am Arbeitskreis Logopädie

Der Arbeitskreis Logopädie findet direkt vor der jährlichen Jahrestagung der DMGP statt und umfasst in der Regel 1 ½ Tage. Die Teilnahme am Arbeitskreis setzt eine Mitgliedschaft in der DMGP voraus. Von Teilnehmenden, welche ausschließlich am Arbeitskreis teilnehmen, wird eine Gebühr von € 30,- erhoben. Für Teilnehmende der Jahrestagung ist der Arbeitskreis kostenlos. Die Anmeldung für den Arbeitskreis Logopädie erfolgt über die Online-Registrierung der Jahrestagung.

Bei Fragen und Informationen zum Arbeitskreis Logopädie (DMGP) wenden Sie sich bitte an die Sprecherin des Arbeitskreises Logopädie.