Behandlungszentren

DGOU

ISCoS

Tagungen

 

Bericht Arbeitskreis Sozialdienst der 31. Jahrestagung der DMGP 2018 in Wien

 

Im Arbeitskreis an der DMGP 2018 in Wien haben 15 Personen teilgenommen. Diese vertraten 15 Zentren aus drei Ländern. Auffallend ist, dass nur die Hälfte der DMGP Kliniken in unserem Arbeitskreis vertreten waren. Hat dies mit der fehlenden Reisegenehmigung zu tun? Aus Berichten einiger Teilnehmenden geht hervor, dass die Bewilligung, insbesondere für den Arbeitskreis im Herbst, zunehmend schwieriger wird.

 

Der Arbeitskreis trifft sich am 18./19. Oktober 2018 in Bad Wildungen, Ansprechperson ist Karin Leidner.

 

Aktuell arbeitet der Arbeitskreis Sozialdienst, vertreten durch Cordula Ruf, in einer der Projektgruppen Leitlinienarbeit mit:

 

S2e-Leitlinie: „Ergebniserhebung in der Erstbehandlung nach neu erworbener Querschnittlähmung“.

Frau Rebecca Tomascheck, SPF Nottwil, hat die bisherigen Ergebnisse und die Zielsetzung im Arbeitskreis vorgestellt.

 

Am ersten Tag wurde mit der Methodik eines Worldcafés das Thema Sozialdienst „quo vadis“ bearbeitet. Fragestellungen waren, welche Aufgaben hat der Sozialdienst, was hat sich in unserer Arbeit verändert und was sind unsere Visionen für die Zukunft.

 

Anhand einer Tabelle konnten wir aufzeigen, dass die Schwerpunktthemen der Sozialdienste in allen Kliniken gleich sind, z.B. Sozialberatung, Angehörigenarbeit, Grundsicherung, Versicherungsrechtliche Fragestellungen, soziale und berufliche Rehabilitation, Pflege, Wohnen, Mobilität, etc….

 

Bei den Veränderungen wurde der Fokus auf die Wirtschaftlichkeit und die damit verbundenen Konsequenzen (mangelnde Zeit, höheres Arbeitsvolumen gegenüber weniger personellen Ressourcen, zunehmender Einfluss der Kostenträger auf die Art der Behandlung und Behandlungsdauer, etc.) deutlich, dies alles zu Lasten der Patienten und der Mitarbeitenden.

 

Weiter bereitet die Entwicklung der Privatisierung, Zusammenlegung oder gar Auflösung von Kliniken, Sorgen.

 

In allen Kliniken zeigt sich eine Veränderung des Patientengutes (Demographie, Multimorbidität, div. soziale Problematiken, Migration, Sucht, psychische Erkrankungen, Arbeitslosigkeit, fehlendes soziales Netz, etc.). Wir stellten uns die Frage: Wo sind die jungen frischverletzten Patienten?

 

Auch die Anschlussversorgung wird durch die fehlenden Pflegekräfte in den ambulanten Pflegediensten massiv erschwert und führt zum Teil zu einer fehlenden sozialen Reintegration/Teilhabe.

 

Folgende Visionen wurden festgehalten:

 

  • die Rückkehr zu einer ganzheitlichen Behandlung im Querschnitt

  • Erhalt der Sozialarbeit in den Kliniken durch Personen mit Fachausbildung in Sozialarbeit

  • genügend barrierefreier privater Wohnraum für alle Querschnittpatienten

  • Fortbildungen

  • ausreichend Fachpersonal in allen Abteilungen

  • Patienten wieder zu Steuerzahlern machen, Zeit für berufliche Neuorientierung

  • Transparenz bei den Hilfsmitteln

  • Übersichtlichkeit bei den Kostenträgern, konkrete Ansprechpersonen

 

Am Nachmittag hörten wir einen interessanten Vortrag zum Thema Peerberatung im Sozialdienst. Das Besondere an diesem Modell war, dass Frau Claudia Miler in der Klinik angestellt ist.

 

Der Tag endete mit der Klinikführung und dem anschliessenden Arbeitskreisessen.

 

Am zweiten Tag stellte uns Margit Schäfer vom Weissen Hof, das Model des Familienrates (family-group-conference (fgc)) vor. Das Model fgc stammt aus Neuseeland und wird vor allem in der Familien- und Jugendhilfe angewandt. Übertragbar ist es insbesondere für die Pflege- und Betreuungsüberforderung von Angehörigen. Auch in Krisensituationen kann das Modell angewandt werden.

 

Das Potenzial des Familienrates besteht darin, die Menschen zu unterstützen, ihre eigene Problemlösung für ihr Familiensystem zu finden. Eine wichtige Funktion kommt dabei der Koordinationsperson zu, welche diesen Prozess begleitet und die Menschen bei der Entscheidungsfindung unterstützt.

 

„Man hilft den Menschen nicht, wenn man Dinge für sie tut, die sie selbst tun können.“

Abraham Lincoln

 

Bernhard Kvas, vom Rehazentrum Tobelbad, stellte das Eintritts- und Angehörigenkonzept aus seiner Klinik vor. Bei der anschliessenden Diskussion wurde deutlich, dass die Angehörigenarbeit ein wichtiger Bestandteil der Sozialarbeit ist. Dies insbesondere im Hinblick auf die Krankheitsverarbeitung und Anschlussversorgung der Patienten.

 

 

Zum Abschluss wurden Themen, sowohl für den Arbeitskreis im Herbst 2018, als auch bereits für den Arbeitskreis der DMGP 2019, gesammelt.

 

Wien, 18.05.2018 Katja Wölfel, Cordula Ruf-Sieber

 

 

 

Nächste AK-Treffen

Bad Wildungen

18-19-10-2018

 

Ansprechpartnerin Karin Leidner

 

leidner@werner-wicker-klinik.de