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Logopädie bei Menschen mit Querschnittlähmung

 

 

 

Die Logopädie versteht sich als wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Rehabilitation von Menschen mit Querschnittlähmung. Im Sinne einer ICF-basierten Rehabilitation (ICF = International Classification of Functioning, Disability and Health) steht die Partizipation der Betroffenen am sozialen und gesellschaftlichen Leben im Mittelpunkt.

 

Zu Beginn der Rehabilitation sind häufig die Versorgung mit einer Trachealkanüle sowie eine maschinelle Beatmung notwendig, wodurch verbale Kommunikation für die Betroffenen nicht mehr möglich ist. Erst durch die Verwendung eines speziellen Sprechventils für Beatmungsmaschinen stellt man die Voraussetzung für verbale Kommunikation wieder her und gibt den Betroffenen die Chance, sich verbal mitzuteilen. Eines unserer Ziele ist es, die Verwendung eines Sprechventils schon in der Akutphase der Rehabilitation als Standard zu etablieren und somit dem grundlegenden Bedürfnis der Kommunikation gerecht zu werden.

 

Ebenso muss die Schluckrehabilitation bei vorhandener Dysphagie (Schluckstörung) so früh wie möglich einsetzen. Unser Anspruch besteht darin, möglichst kurz nach Aufnahme auf Intensivstation mit  der Diagnostik und Rehabilitation des Schluckens zu beginnen. So können mögliche Komplikationen vermieden, Liegezeiten auf Intensivstationen verkürzt und die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert werden.

 

Atemtherapie und Sekretmanagement sind für PatientInnen mit einer Querschnittlähmung von zentraler Bedeutung. Sie beeinflussen ebenfalls die logopädische Therapie bezüglich Stimme, Sprechen und Schlucken und müssen hier berücksichtigt werden.

 

Das Thema Aging wird bei Menschen mit Querschnittlähmung zunehmend relevant. Für unsere Arbeit bedeutet dies eine Sensibilisierung für die zunehmende Komorbidität der PatientInnenen bzw. der altersbedingten Veränderungen, welche zusätzliche Schluckstörungen hervorrufen oder verstärken können.

 

In diesem Bestreben sind wir auf eine enge multidisziplinäre Zusammenarbeit mit ÄrztInnen, Pflegenden, Fachpersonen für Beatmung sowie Ergo- und Physiotherapie angewiesen.